Mitten in Berlin Kreuzberg, in der Wilhelmstrasse 9, steht ein einzelnes Haus.Die Fassadenwände sind bemalt mit großen Wandbildern aus den Achtzigern.Drinnen wohnen junge Leute, die von zu Hause abgehauen sind und hier autark lebenkönnen. Der Verein Sozialpädagogische Sondermaßnahmen Berlin(SSB) betreibt das Haus, das nach Thomas Weissbecker benannt ist, der ein bisschenaussieht wie Che Guevera und im Streit mit der Staatsmacht den Kürzerenzog. Der Verein ist auch der Dachverband für die Pseudonyme Gesellschaft,das sind in die Jahre gekommene Graffitisprüher, die hier und da mal einProjekt machen. Die Nordwand des Hauses dient seit längerem als Hall ofFame, das heißt als stilistische Übungsstätte für jungeGraffitivandalen, weswegen von dem alten Achtzigerjahrebild längst der untereTeil von mehreren Lackschichten überdeckt wird. Zum 30. Jahrestag des Tommyhauses,am 30.03.2003, machte die Pseudonyme Gesellschaft aus dem Wandbild wieder einGanzes – zusammen mit vielen alten und neuen Aktivisten, wie dem ComiczeichnerHarald Juch, der sich selber noch an die Achtziger Jahre erinnern kann und Esher,Medie, Dexter, Skywise, Boris und Keramik. Und mit ein bisschen Unterstützungvon Montanasprühdosen.
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